|
Training Mythunderstandings: by Ron Meredith A new student recently told me he was diligently taking notes, carefully describing the corridor of pressures that create each a specific shape we ask horses to take when we are riding. He planned to take all his class notes and develop them into a book. Then, he figured, people could read the book, know exactly what combination of pressures created what shapes, and every movement they wanted to get would just happen like magic when they rode. It would finally make riding simple and easy. Since any instructor or trainer welcomes initiative and forward motion that can be molded into the activity they want, I didn't say anything. I just let him go on thinking that was going to work. I knew that before long he'd be back, scratching his head and wondering why it didn't. One of the things I knew he was going to find out was that while a corridor of basic pressures creates the feeling of a specific shape in the horse, how the horse expresses that shape depends on a whole lot of other factors that are not as easy to describe on paper as a specific combination of seat, hand, and leg. At one level, it's kind of like recipes. I can tell you that if you mix milk, eggs, and sugar together you can make a pudding. Someone else could take that same milk, eggs, and sugar and turn them into a custard or a soufflé. There's more to the end result than just the ingredients alone. In our theory classes here at Meredith Manor, the students get sheets of "pictograms" that show how the seat, legs, and hands are holding, driving, steadying or keeping, and so on for different shapes and gaits. One thing that sheet quickly shows a student is that sometimes the same corridor of aids can have multiple meanings to the horse. Mechanically speaking, for example, the corridor of pressures used for a figure of eight at a walk, trot, or canter are the same. But practically speaking, the corridor feels different to the horse depending on the rider's ability to co-ordinate the whole corridor and to apply those individual pressures in it so they influence the shape of the horse's body, the direction, the rhythm and the pace. That's a whole lot of shades of meaning and those come from:
People are always looking for recipes that will help them create a particular activity in their horses. They e-mail trainers or write letters to the editors of magazines hoping to find some specific sequence of actions or steps that will always create a given result. But even though the sequence might be the same, how each segment of it is applied is going to be slightly different for every horse and rider combination. What works for one horse may not do anything for the next one, not because the sequence was wrong, but because the horses were different or the people applying the sequence were different or because either the horses or the people didn't have enough understanding of each part of the sequence to apply it or they didn't understand the whole thing correctly in the first place. The good riders and trainers know that riding is not about mechanically applying a particular set of aids. They understand that since shades of meaning can change continually for a whole range of reasons, they can never quit riding when they are in the saddle. They must ride every stride mentally and physically. They ask the horse for a stride. Then, based on feedback from the horse's response to that asking, they may ask for the next stride by applying the same corridor of pressures exactly the same way. Or they may modify one part of the corridor of pressures to show the horse what is being asked more clearly. Or the horse's response to the asking may have developed to a point of sophistication that all the trainer has to do is sit there and let the response happen stride after stride after stride until it is time to ask the horse to change the shape. That allowing, however, is not the same as quitting or letting the horse have its own way. It's still a conscious decision from stride to stride, made with the trainer's full attention on the horse. Every single horse and rider combination will ride a specific corridor of pressures differently depending on how much each of them knows that day, how well each can mentally focus that day, how each one physically feels that day, and all of those other things. That's both the challenge and the fun of working with horses. And it means that no matter how many horses you've ever worked with, you never stop learning. |
Missverständnisse der Ausbildung: von Ron Meredith, Ein neuer Schüler sagte mir kürzlich, daß er sorgfältig Notizen machen würde, mit sorgfältigen Beschreibungen des Korridors an Einwirkungen, die jede einzelne Form erzeugen, die wir vom Pferd während des Reitens haben wollen. Sein Plan war, alle diese Unterrichtsnotizen in einem Buch zusammenzufassen. Dann, so dachte er, könnten Menschen das Buch lesen und genau wissen, welche Kombination welcher Einwirkungen welche Formen erzeugen, und jede gewünschte Bewegung des Pferdes würde wie von Zauberhand erzeugt werden können. Reiten einfach gemacht, endlich. Da jeder Ausbilder solche zur Ausbildung passende Eigenmotivation schätzt und begrüßt, sagte ich nichts dazu. Ich ließ ihn in dem Glauben, daß das funktionieren würde. Ich wußte aber, daß er bald nachdenklich zu mir kommen würde und sich fragen, warum es nicht funktionierte. Ich wußte, daß er herausfinden würde, daß ein Korridor von Einwirkungen eine Empfindung einer bestimmten Form in dem Pferd erzeugt. Wie das Pferd aber diese Form dann zeigt, hängt von einer ganzen Menge anderer Faktoren ab, die nicht so einfach auf Papier beschrieben werden können wie eine bestimmte Kombination von Sitz, Hand und Schenkel. In gewisser Weise ähnelt es Kochrezepten. Ich kann Ihnen voraussagen, daß Sie mit einer Mischung von Milch, Eiern und Zucker einen Pudding machen können. Jemand anderes könnte mit Milch, Eiern und Zucker einen Flan machen oder ein Soufflé. Das Endergebnis hängt von mehr ab als nur den Zutaten. In den theoretischen Lektionen hier bei Meredith Manor erhalten die Schüler Arbeitsblätter mit Piktogrammen, die beschreiben, wie Sitz, Schenkel und Hände halten, treiben, beruhigen oder verwahren, undsoweiter für die verschiedenen Formen und Gänge. Diese Blätter zeigen dem Schüler recht schnell, daß manchmal derselbe Korridor an Hilfen für das Pferd mehrfache Bedeutung haben kann. Mechanistisch gesprochen ist z.B. der Korridor an Einwirkungen für eine Achterfigur derselbe, egal ob im Schritt, Trab oder Galopp. In der Praxis jedoch fühlt sich der Korridor für das Pferd jedoch jedesmal unterschiedlich an, je nachdem, wie gut der Reiter den ganzen Korridor und dessen einzelne Einwirkungen koordinieren und damit die Form des Pferdes, die Richtung, den Rhythmus und die Geschwindigkeit beeinflussen kann. Das sind eine Menge Einflußfaktoren, und sie kommen von:
Menschen suchen immer nach Rezepten, die ihnen helfen sollen, das Pferd zu einer bestimmten Aktivität zu veranlassen. Sie schreiben emails an Ausbilder oder schreiben Briefe an Zeitschriftenredakteure, in der Erwartung, eine Handlungsanweisung zu erhalten, die immer zum gewünschten Ergebnis führt. Aber obwohl die Reihenfolge der Handlungen dieselbe sein könnte, müssen die einzelnen Handlungen für jedes Pferd und jeden Reiter ein wenig anders angewandt werden. Was bei einem Pferd funktioniert, kann beim nächsten Pferd vvöllig versagen, nicht weil die Handlungsanweisung falsch war, sondern weil es unterschiedliche Pferde waren, oder unterschiedliche Reiter, oder weil die Menschen oder die Pferde mit den einzelnen Handlungen nichts rechtes anzufangen wußten, oder sie haben die ganze Geschichte von Anfang an nicht recht verstanden. Gute Reiter und gute Ausbilder wissen, daß Reiten nichts mit der mechanischen Anwendung einer bestimmten Kombination von Hilfen zu tun hat. Sie wissen, daß Bedeutungen in Nuancen sich aus verschiedensten Gründen verändern können, und sie deshalb nie aufhören dürfen, im Sattel aktiv zu reiten. Sie müssen jeden Schritt geistig und körperlich aktiv reiten. Sie fordern das Pferd auf, eine Bewegung zu machen. Dann, je nach Antwort des Pferdes auf diese Aufforderung, könnten sie das Pferd zur nächsten Bewegung auffordern, mit exakt demselben Korridor an Einwirkungen, gegeben in der exakt gleichen Weise. Oder sie wandeln einen Teil des Korridors ab, um dem Pferd etwas deutlicher zu zeigen, was von ihm erwartet wird. Oder die Antworten des Pferdes auf Aufforderungen sind schon so gut entwickelt, daß der Ausbilder ohne weitere Hilfen die Antworten nur noch geschehen lassen muß, bis er eine andere Form haben möchte. Dieses Zugeständnis bedeutet aber nicht, daß der Ausbilder seine Arbeit einstellt und das Pferd machen läßt, was es will. Es ist eine bewußte Entscheidung des Reiters bei jedem Schritt, der weiterhin das Pferd bei jeder Bewegung aufmerksam beachtet. Jede individuelle Kombination von Pferd und Reiter wird einen bestimmten Korridor von Einwirkungen unterschiedlich reiten, je nach Tagesform von Pferd und Reiter, je nach Konzentrationsvermögen der beiden, nach körperlicher Verfassung, und so weiter. Das ist sowohl die Herausforderung als auch der Spaß an der Arbeit mit Pferden. Es bedeutet auch, daß Sie niemals das Lernen aufhören, egal wieviele Pferde Sie schon geritten haben. |


